Nachruf Jürgen Stebani
Einhundertachtundsechzig. Das war seine Zahl, haben wir auf der Trauerfeier erfahren.
Einhundertachtundsechzig Stunden hat eine Woche. Egal für wen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung oder Alter. Diese Stunden stehen zur Verfügung, um sie mit Leben zu füllen. Dabei sind die Stunden von gestern vergangen, verloren, aber die Stunden von morgen warten auf sinnvolle Beschäftigung.
Jürgen Stebani konnte getreu seines Lebensmottos „Cape Diem – Nutze den Tag“ auch die unsichtbaren Stunden sichtbar machen. Zeitreserven aktivieren. Planen, das war seine Welt.
Er war Spielausschussmitglied im Vorstand des DFB, Vorsitzender der Spielausschüsse im Norddeutschen und im Niedersächsischen Fußballverband, sowie auch im Fußballbezirk und -Kreis Lüneburg. Im SV Ilmenau war Jürgen bis zuletzt für das Passwesen und die Abwicklung von Spielerwechseln im Herrenbereich zuständig.
Ich erinnere, als er während der Pandemie auf der Terrasse des Sportheims, bewaffnet mit Papier, Kugelschreiber, Handy und Duckstein, „mal eben“ die Regionalliga Nord neu organisiert und beplant hat. Völlig unaufgeregt und mit klarem Ziel vor Augen.
Bis 2024 war er stellvertretender Vorsitzender. Sein letztes, großes Projekt war die Umrüstung der Flutlichtanlagen in Melbeck auf modernstes LED. Darauf war er stolz. Die Planung und die Beantragung von Zuschüssen entsprachen seinem Naturell und dient weiteren Projekten als Blaupause.
In vielen Medien, vor allem aber im Artikel von Andreas Safft in der Landeszeitung vom 11.02. sind seine Leistungen als Samtgemeindebürgermeister, als Verbandsfunktionär und als Mitglied des SV Ilmenau gewürdigt worden. Das können wir in Allem unterschreiben.
Besonders danken wir dem Menschen Jürgen Stebani neben seinem Engagement als Funktionär vor allem für sein offenes Ohr, seine Hilfe und sein Herz für alles, was den SV Ilmenau bewegt.
Seine beiden festen Plätze im Vereinsheim und auf der Terrasse bleiben nun leer, seine Aura bleibt.
Nun hat Jürgen Stebani unendlich viel Zeit, die er ausfüllen, beplanen kann. Vielleicht ist die Superliga schon fertig, genug Spielerpotential hat er.
Glück Auf!
Michael Keil